Branding Farben finden: So nutzt du Farbpsychologie im Marketing

Inhalt

Bist du gerade dabei, Branding Farben für deine Marke zu definieren und aufgrund der riesigen Auswahl etwas überfordert? Vielleicht wechselst du alle paar Wochen deine Farbpalette, weil du dir unsicher bist, ob die Wirkung auch bei deiner Zielgruppe ankommt. Oder weil du feststellst, dass deine ausgewählten Farben nicht immer so gut zueinander passen.

In diesem Blogartikel gebe ich dir einen Einblick in die Farbpsychologie und zeige dir, wie du sie für deine Branding Farben nutzen kannst. Sodass du eine Farbpalette kreierst, die genau die richtigen Emotionen bei deinen Wunschkundinnen auslöst.

Denn: Mit deinen Branding Farben stellst du den allerersten Kontakt zu deiner Zielgruppe her: sie sind wie deine visuelle Eintrittskarte in die Köpfe und Herzen der Menschen. Dein gesamtes Branding ist eine Erweiterung deiner selbst, deine Essenz ins Visuelle übersetzt.

Deine Farben dürfen (und sollen) dir auch gefallen! Aber sie sollten deiner Marke eben auch nutzen und dafür dürfen sie strategisch gewählt und gut bedacht sein.

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Darin wählst du dir Schritt für Schritt Branding Farben aus, die genau den Sweetspot zwischen deiner Persönlichkeit und dem, was deine Zielgruppe anzieht, treffen.

Ciao, 08/15 Canva-Grafiken. Ahoi, Einzigartigkeit.

Was ist Farbpsychologie?

Farbpsychologie untersucht die Wirkung von Farben auf das menschliche Verhalten. Sie untersucht, wie wir Farben wahrnehmen und welchen Einfluss sie auf unsere Gedanken, Gefühle, Reaktionen und Entscheidungen – yes, auch Kaufentscheidungen – haben.

In der Farbpsychologie werden allen Farben mehrere Bedeutungen gegeben. Wenn du sie dir anschaust, wirst du merken, dass du vieles davon wahrscheinlich auch intuitiv spürst.

Denke mal an die Farbe Rot beispielsweise: Was fühlst du? (Und jetzt nicht nach unten scrollen und Spicken 😜)

Farbpsychologie: Die Bedeutung von Farben

Rot: Energie, Leidenschaft, Weiblichkeit, Stärke

Rot ist eine sehr kraftvolle Farbe. Nicht umsonst ist sie unsere Top Signal- und Warnfarbe.

Rot steht für:
Energie, Leidenschaft, Weiblichkeit, Stärke, Selbstbewusstsein, Dynamik, Liebe, Signal, Entschlossenheit

Negative Assoziationen:
Gefahr, Signal, Alarm

Markenbeispiele für die Branding Farbe Rot

Blau: Tiefe, innere Ruhe, Sicherheit, Vertrauen

Blau ist weltweit die häufigste Lieblingsfarbe und symbolisiert sowohl das Meer als auch den Himmel.

So steht Blau für:
Tiefe (Meer) & Weite (Horizont), innere Ruhe, Harmonie, Wahrheit, Seriosität, Ehrlichkeit, Genauigkeit, Zuverlässigkeit, Vertrauen

Negative Assoziationen: 
Kälte, technisch, distanziert

Hier siehst du die Branding Farbe Blau im Einsatz

Da Blau besonders vertrauensvoll, zuverlässig und seriös wirkt, wird Blau oft für Banken, Anwaltskanzleien, Versicherungen oder Tech-Unternehmen als Branding Farbe verwendet.

Gelb: Fröhlichkeit, gute Laune, Offenheit

Gelb gilt als die Farbe der Sonne, und kann sogar die Konzentrationsfähigkeit steigern.

Gelb steht für:
Wärme, Fröhlichkeit, gute Laune (s. Smileys, Emojis), Entfaltung, Freiheitsstreben, Neugier, Spontanität, Offenheit, Lebensfreude, Positivität

In manchen Kulturen steht Gelb auch für Geld (wahrscheinlich in Anlehnung an Gold)

Negative Assoziationen:
Neid (Gelb vor Neid), Ungeduld, Impulsiv

Markenbeispiele für die Branding Farbe Gelb

Orange: Wärme, Jugend, Energie

Orange ist ein Mix aus Gelb und Rot und daher noch wärmer als Gelb

Orange steht für:
Wärme, Jugend, Energie, Lebensfreude, Abenteuerlust, Optimismus, Geselligkeit, Fülle

Negative Assoziationen:
Zügellos, billig

Markenbeispiele für die Branding Farbe Orange

Für meine Kundinnen Hanna und Jessi vom Write Choice Club habe ich auch die Branding Farbe Orange im Logo Design verwendet, um Energie, Lebensfreude und Optimismus zu verdeutlichen. In der Kombination mit dem Dunkelblau (Tiefe, Vertrauen, Harmonie) ein sehr kraftvolles Design:

Grün: Natürlichkeit, Leben, Wachstum

Grün ist unsere Number One Natur-Farbe.

Grün steht für:
Natürlichkeit, Leben, Wachstum, Nachhaltigkeit, Zuversicht, Fruchtbarkeit, Hoffnung, Harmonie, Frische, Gesundheit, Umweltbewusstsein, Ausdauer, Erneuerung

Negative Assoziationen:
Übervorsicht, Unreife, Gift (Denk mal an Disney-Bösewichte: Die haben fast alle irgendetwas Grünes in ihrem Character Design 😂)

Markenbeispiele für die Branding Farbe Grün

Hier auch eins meiner eigenen Beispiele: Das Brand Design für die Naturfrisörin Jessica Portz. Ihr Leitsatz „rohe Natur trifft moderne Ästhetik“ habe ich in ihrem Design mit verschiedenen Grüntönen und den Blatt-Illustrationen ins Visuelle übersetzt.

In ihrem Brand Design haben wir die Grüntöne mit einem schönen Beerenton kombiniert, um einerseits einen tollen Kontrast zu bilden und andererseits die moderne Ästhetik reinzubringen. Du kannst es dir auf ihrer Website ansehen, die ich auch für sie gestaltet habe.

Brand Design für Naturfrisörin Jessica Portz

Lila/Violett: Mystik, Kreativität, Inspiration

Lila wird aus den Farben Blau und Rot gemischt und galt früher als eine edle und teure Farbe, da sie nur schwer herzustellen war. Daher gilt Lila auch bis heute als Farbe des Reichtums und der Macht.

Ansonsten steht Lila für:
Mystik, Kreativität, Inspiration, Magie, Fantasie, Geist, Spiritualität, Ehrgeiz, Luxus

Negative Assoziationen:
Schwermütigkeit, Eitelkeit, Unsicherheit

Markenbeispiele für die Branding Farbe Lila

Wie du siehst, kann Lila auch in bestimmten Tönen und Kombinationen sehr technisch wirken (s. Twitch).

Und wie du vielleicht weißt (oder anhand dieser Website sehr gut sehen kannst 😅) nutze ich für meine Marke elara studio auch verschiedene Abstufungen von lila, da elara studio für Inspiration, Kreativität und Magie steht! Mit meiner Marke möchte ich unter Anderem den Zauber von Design vermitteln und das geht super gut mit Lila!

Braun/Erdtöne: Geborgenheit, Stabilität, Bodenständigkeit

Braun ist die Farbe der Erde und des Holzes und daher auch eine sehr natürliche Farbe.

Braun steht für:
Bodenständigkeit, Stabilität, Geborgenheit, Sicherheit, Gemütlichkeit, Sanftmut

Negative Assoziationen:
Bequemlichkeit, Einfallslosigkeit, Schmutz

Aber mit Braun und besonders mit Erdtönen kann man trotzdem sehr coole Brand Designs gestalten. Hier ein weiteres Beispiel meiner eigenen Arbeiten: Das Brand Design für Doula & Yoni Steaming Expertin Michelle (aka Growing Woman) habe ich in Erdtönen passend zum Hauptthema ihrer Arbeit gestaltet: dem Wochenbett, das im Übrigen für die Jahreszeit Herbst steht.

Beispiel für die Branding Farbe Braun: Brand Design für Growing Woman

Schwarz: Eleganz, Kraft, Macht

Schwarz ist die Farbe der Dunkelheit und der Nacht und steht wie oben schon erwähnt in unseren Kulturkreisen oft für Tod und Trauer.

Als Branding Farbe kann Schwarz aber auch diese Bedeutungen haben:
Modern, Eleganz, Würde, Macht, Kraft, geheimnisvoll

Negative Assoziationen:
Tod/Trauer, Unnahbarkeit, Leere

Weiß: Reinheit, Wahrheit, Neuanfang

Weiß ist hierzulande ja oft die Farbe der Unschuld, Reinheit, Sauberkeit.

Im Brand Design kann Weiß für folgendes stehen:
Frieden, Reinheit, Wahrheit, Vollkommenheit, Neuanfang, Perfektion

Negative Assoziationen:
Steril

Ich persönlich liebe ja sehr starke Kontraste und bin deshalb immer sehr fasziniert von Schwarz/Weiß Kombinationen.

Ich muss aber auch ehrlich sagen, dass ich reines Weiß für eine sehr langweilige, eintönige Branding Farbe halte.

Mein Tipp: Nutze Schwarz und Weiß entweder als DIE Branding Farben und nutze sie auch dementsprechend in coolem, kraftvollen Kontrast zueinander.

Oder nutze Alternativen für Schwarz und Weiß (z.B. sehr dunkles Rot/Blau, etc. und sehr helles Beige/Eggshell White) als neutrale Farben für Texte und Hintergründe. In letzterem Fall dann nicht als Stand Out Branding Farbe.

Hier zwei sehr bekannte Beispiele für die Branding Farben Schwarz und Weiß:

Gold/Silber (Metallische Farben): Eleganz, Magie, Sparkle

Metallische Farben sind im Branding sehr beliebt, wenn man coole Akzente setzen möchte.

Gold steht (ähnlich wie Gelb) für:
Reichtum, Sonnenlicht

Silber steht (ähnlich wie Weiß) für:
Reinigend, Mondlicht

Gold und Silber als Branding Farben

Falls du Gold oder Silber in deine Branding Farben aufnehmen möchtest, solltest du bedenken, dass diese Farben keine echten Farben sind.

Du kannst sie nicht im Farbrad finden. Sie müssen immer beispielsweise mit einer Textur oder einem Verlauf visualisiert werden. Im Druck kann man sie zum Beispiel mit einer Heißfolienprägung umsetzen.

Mein Tipp: Nutze gerne Metallic Effekte, wenn du Akzente setzen willst und setze diese sparsam ein!

So stellst du dir eine Branding Farbpalette zusammen

Okay, jetzt kennst du die Basics der Farbpsychologie und die verschiedenen Farbbedeutungen und fragst dich vielleicht: Wo fange ich denn jetzt am besten an, mir meine Branding Farbpalette zu erstellen?

1. Hauptfarbe (Primärfarbe)

Wähle eine Hauptfarbe aus. Diese Farbe wirst du hauptsächlich verwenden. In meinem Fall ist die Hauptfarbe zum Beispiel Lila.

Mit dieser Farbe wirst du, bzw. deine Marke in der Regel in Verbindung gebracht. 

2. Kontrastfarbe

Wähle dann eine Kontrastfarbe. Diese darf sich deutlich von deiner Hauptfarbe abheben (also einen Kontrast herstellen). 

Dieser Kontrast kann z.B. eine Komplementär-Farbe sein (Rot und Grün oder Blau und Orange sind z.B. Komplementärfarben) oder wenn du beispielsweise als Hauptfarbe ein tiefes Beerenrot gewählt hast, könnte deine Kontrastfarbe ein strahlendes Pink sein. In diesem Fall bleiben wir in der gleichen Farbfamilie, haben aber trotzdem einen starken Kontrast.

3. Sekundärfarbe(n)

Wähle 2-3 Sekundärfarben. Diese sollten sich deutlich von deinen Haupt- und Kontrastfarben abheben und ihnen nicht die Show stehlen. Ich nutze hier gern Abstufungen meiner Hauptfarbe: In meiner Branding Farbpalette nutze ich z.B. verschiedene Lila-Töne in Abstufung an mein Haupt-Lila).

Du kannst hier aber auch neutrale Farbtöne nutzen, wie einen sanften Vanille-Ton oder ein leichtes Blau. Je nachdem, was deine restlichen Farben sind, klar.

4. Schwarz/Weiß-Alternativen (optional)

Das menschliche Auge mag pures 100%iges Schwarz oder Weiß nicht so gerne. Deshalb suche ich meinen Kundinnen gern Schwarz und Weiß-Alternativen für ihre Branding Farben raus.

Je nachdem, ob du das bereits in deinen Sekundärfarben hast oder nicht, kannst du diese hier noch dazu nehmen.

Meine Empfehlung: Nutzt du beispielsweise eine eher warme Farbpalette (z.B. mit dem Beerenrot und Pink als Haupt- und Kontrastfarben), kannst du hier auch wärmere Schwarz/Weiß-Alternativen suchen. Gehe dafür in deinen Farbpicker (z.B. in Canva) und nimm z.B. das Beerenrot als Ausgangsfarbe. Dann zieh den Regler runter, sodass du im Schwarz-Bereich landest. So erhältst du ein warmes Schwarz.

Genau so kannst du deine Weiß-Alternative wählen. 

Was auch gut funktioniert: Eine sehr sehr helle Abstufung deiner Hauptfarbe als Weiß-Alternative und eine sehr sehr dunkle als Schwarz-Alternative.

Beispiel: Farbpalette meiner Kundin Wendy J. Ocean

Einen Einblick in Wendys kompletten Branding Prozess bekommst du übrigens hier.

Tools, um deine Branding Farben zu finden

Hier habe ich noch ein paar Tool-Tipps für dich, damit du schnell und einfach in die Umsetzung kommen kannst:

Coolors.co und Adobe Color

Mit coolors.io kannst du dir richtig coole Farbpaletten generieren lassen. Was ich aber am meisten an dem Tool liebe: Wenn dir eine Farbe gefällt, kannst du sie über das Schloss sperren und dir dann dazu passende Farben generieren lassen.

➡️ Dazu musst du einfach nur die Leertaste drücken und schon wechselt die Farbpalette!

Bei Adobe Color kannst du verschiedene Einstellungen vornehmen. Beispielsweise kannst du einstellen, dass deine Farbpalette monochromatisch oder komplementär generiert werden soll.

So hast du noch etwas mehr Kontrolle über die generierten Farben. Ich persönlich nutze beide Tools in verschiedenen Stages im Design Prozess. Als erste Inspiration coolors und zum Verfeinern dann Adobe Color.

Bedeutung der Farben

Wie du jetzt weißt, gibt es für jede Farbe mehrere Bedeutungen. Vielleicht weißt du auch noch aus dem Kunstunterricht, dass alle Farben aus den 3 Grundfarben Rot, Gelb und Blau gemischt werden können. 

Achte also bei deiner Auswahl nicht nur auf die allgemeinen Farbbedeutungen, sondern überlege auch, welche Farben hier gemischt wurden. Und welche Farbbedeutungen sich damit auch vermischen!

Kontraste checken: Manuell oder mit dem coolors Contrast Checker

Damit deine Branding Farben am Ende auch ihren Zweck erfüllen (cool sein, deine Zielgruppe anziehen UND selbstverständlich müssen deine Texte auch gut lesbar sein), solltest du am Ende noch die Kontraste überprüfen.

Das mache ich bei meinen Kundinnen IMMER, das ist einer der essenziellsten Steps in meinem Design Prozess! Und du kannst diesen Step ganz easy auch selbst machen:

Ziehe dir dafür einfach in Canva ein paar Flächen in deinen ausgewählten Farben auf, lege Text darüber (am besten direkt mit deinen Branding Schriften) und schaue, ob alles gut lesbar ist.

Wenn die Mehrheit gut lesbar ist, ist alles gut. Es müssen nicht immer alle Farben gut miteinander in Text/Hintergrund kombiniert werden können!

Wenn die Mehrheit nicht gut lesbar ist: Passe entweder die Hintergrundfarbe oder die Textfarbe an. Und dann, you guessed it: Teste die Kontraste noch einmal! Das machst du dann so lange, bis du mindestens 2-3 Farben gut lesbar miteinander kombinieren kannst.

Falls du es dir noch leichter machen willst: Das oben genannte Tool coolors hat sogar einen eigenen Kontrast Checker. Dort kannst du direkt deine Hex Codes eingeben und das Tool spuckt dir den Kontrast Quotient und auch gleich eine Einschätzung aus, ob die Kontraste passen oder nicht. 

Dort kannst du auch in die Farbfelder rein klicken und an den Farben feilen, bis der Kontrast stimmt.

So testest du die Kontraste deiner Branding Farben für optimale Lesbarkeit

Bonus Tipp: Spiele auch bei der Anwendung mal mit den verschiedenen Gewichtungen der Farben! Nutzt du beispielsweise hauptsächlich eine eher helle Farbe als Hintergrund und eine Knallfarbe als Akzent? Wie wirkt das Design, wenn du das einmal umkehrst?

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