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Wenn ich eine Sache in 10 Jahren als Designerin gelernt habe, dann ist es das:
Richtig gutes authentisches Branding wird anecken. Es wird die absolut falschen Menschen von dir fern halten und die absolut richtigen zu dir ziehen wie Motten das Licht.
Letzteres ist ja genau das, was wir alle wollen, oder? Trotzdem haben so viele (Soloselbstständige) so große Angst davor, anzuecken und verstecken sich deshalb lieber hinter Beige-Trends oder super gefälligen Designs (die, Spoiler Alert, leider nichts aussagen).
Warum ist das so? Und was kannst du tun, um mit deiner Brand genau diesen Aneck-Faktor zu erzielen? Wir gehen rein.
Die Positionierungs-Paralyse
It is what it is: Das Patriarchat has us in a chokehold. Daraus resultiert leider, dass besonders Frauen* auch heute immer noch Angst haben, anzuecken. Wer Kante zeigt, riskiert Ablehnung.
Das triggert bei allen Menschen eine tief verankerte Angst: Aus dem Stamm zu fliegen war früher mal der sichere Tod einer Person.
Bei Frauen* gleich nochmal verstärkt, weil wir genau so erzogen werden: Immer anpassen, damit wir bloß nicht auffallen. Denn das könnte gefährlich sein.
Storytime: Vom Außenseiter-Mädchen zur Design-Witch
Bei mir war das natürlich auch nicht anders. Meine erste Erinnerung daran, dass ich scheinbar “anders” und “weird” bin, ist aus der 5./6. Klasse, als ich so 11/12 Jahre alt war. Mir hat es so viel Spaß gemacht, mit Klamotten und Makeup zu experimentieren.
Das Ding ist: Wenn du experimentierst, heißt das nicht, dass du schon perfekt bist. Es kam also häufiger vor, dass meine Auswahl der Lidschattenfarbe oder die Kombi Nietengürtel, Karo-Rock und Jeans drunter etwas fragwürdig aussah. Das kam natürlich bei den “coolen Kids” in meiner Klasse gar nicht gut an. Ich war einfach anders angezogen und sah dadurch nicht genau gleich aus wie alle anderen. (Wer erinnert sich noch an die Bench-Jacken und Hollister-Zeit? Obwohl, das kam einen Tick später).
Ich war anders angezogen, sie mochten mein Makeup nicht und so kam selbstverständlich der ein oder andere Spruch. Ich wurde ausgegrenzt und war einfach nicht bei den coolen Kids am Start.
Klar hat mich das verletzt und ich war traurig darüber. Aber wenn ich zurückblicke, kann ich mich nicht daran erinnern, dass es mich ermutigt hätte, mich stattdessen lieber anzupassen.
Let that sink in: Es war mir wichtiger, ich selbst zu sein und mich so auszudrücken, wie ich es für richtig halte, als mich anzupassen. Die Ablehnung der anderen hatte weniger Gewicht als mein Selbstausdruck.
Irgendwann hab ich meine People gefunden. Es hat bisschen gedauert, aber irgendwann kamen sie, meine die hard friends.
Und weißt du was? Ich hätte niemals mit ihnen connected, wenn ich mich vorher angepasst hätte.
Heute höre ich so oft: “Boah Larissa, du inspirierst mich so!”
→ Und dann machen sie sich selbstständig oder finden ihren eigenen Style oder trauen sich ENDLICH aus dem Beige-Gefälligkeits-Muster raus.
Wenn du nicht authentisch du bist
Genau das Gleiche passiert in deinem Markenauftritt: Wenn du nicht authentisch dein wahres Sein verkörperst (in Farben, Schriften, Illustrationen, aber auch wie du sprichst, in deinen Angeboten, etc.), ziehst du Leute an, die am Ende gar nicht zu dir passen.
Wenn du dich weiter hinter Designs versteckst, die gar nicht deiner Essenz, deiner Muchness entsprechen, wirst du deine „die hard fans“ lange suchen. Die finden dich schlichtweg nicht, die fühlen sich von dir nicht angezogen, weil sie ja gar nicht SEHEN und FÜHLEN können, wer du wirklich bist.
Und wenn du Angst davor hast, Leute abzuschrecken, wenn du dich endlich in deine Muchness fallen lässt und diese auch nach Außen zeigst, denk dran: Das ist genau die magic von richtig gutem Branding. Du willst ja diese Leute abschrecken, die eh nicht zu dir passen! Denn mit denen willst du eh nicht arbeiten.
I am cringe, but I am free
Es gehört schon etwas Mut dazu, sich selbst so in seiner Essenz zu zeigen, wie man eben ist. Du machst dich damit verletzlich, angreifbar, vielleicht sogar ein bisschen cringe.
Aber wie wir alle wissen: Wir müssen den Cringe Mountain besteigen, danach wird alles gut.
Ich sags wies ist: Ich wünsche mir für dich, dass du dich lieber für ein bisschen cringe (und dafür authentisches design, das dir und deiner Muchness entspricht) entscheidest, als für Beige (oder irgendeinen anderen Nichtssagenden Design-Trend, der null mit deiner Persönlichkeit zu tun hat). Denn sind wir ehrlich: Niemand klickt auf “buchen”, weil eine Salespage Beige in Beige mit Zartrosé ist.
Denn: Wenn du allen gefällst, gefällst du am Ende niemandem.
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Ciao, Verstecken. Ahoi, Anecken.